Fortschritt

Food Sharing. Gegen die Verschwendung.

Der Trend geht Richtung "Zero Waste".

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Die Mengen an Nahrungsmitteln, die allein von den Supermärkten als verdorben oder unverkäuflich weggeworfen werden, sind immens. Das Bewusstsein dafür, und der Wille mittels sogenanntem Food Sharing dagegen zu arbeiten, wächst stetig.

Food Sharing. Teilen statt wegwerfen.

Organisationen wie „Die Tafel“ waren die Vorreiter im Bereich sozialer Hilfe und gleichzeitiger Vermeidung von Nahrungsmittelverschwendung. In Zusammenarbeit mit Supermärkten kümmern sie sich bereits seit 1995 darum, Produkte die von Märkten als nicht mehr verkaufsfähig eingestuft werden, an bedürftige Menschen zu verteilen. Das Internet der Apps und Dinge hat diesen Gedanken nun auch für kleine Betriebe und Individuen zur Realität gemacht.

Per Webseite mit anderen teilen.

Der Zugriff auf das Internet macht vieles möglich. Unter anderem auch, dass man Nahrungsmittel, die übrig sind, der Allgemeinheit einfach zur Verfügung stellt. Der Ansatz der Plattform Foodsharing.de ist non-profit. Wer zuviel eingekauft, eingekocht oder kurz vor dem Urlaub einen vollen Kühlschrank hat, stellt diese Nahrungsmittel einfach Menschen in seiner direkten Umgebung zur Verfügung. Das Prinzip ist denkbar simpel: Nutzer packen „Körbe“ mit Lebensmitteln, die sie verschenken möchten. Ob die Interessenten das Ganze an der Haustür oder an einem Meeting Point abholen, kann jeder selbst entscheiden.

Per App reduzierte Preise erhalten.

Eine neue App führt jetzt auch Gastronomie, Bäckereien und Privatpersonen zusammen. Die Läden geben für die App Kontingente, z.B. für übriggebliebenes Brot, oder auch to-go Gerichte frei, und die App-Nutzer können sich am frühen Abend ihr Paket zu einem sehr geringen Preis abholen. Zu gut, um es wegzuschmeißen – oder eben TooGoodToGo.

Der gute Wille gegen die deutsche Bürokratie.

In Berliner Hinterhöfen, z.B. im Prenzlauer Berg, stehen sogenannte Fairteiler – Kühlschränke aus der sich die Nachbarschaft bedienen kann und in denen überzählige Lebensmittel platziert werden. So eine Erweiterung des Sharing-Gedankens funktioniert natürlich nur so gut, wie die Eigenverantwortung der Nutzer. Wenn alle geben und nehmen, aber niemand den Posten des Hygiene- und Zeugwarts übernimmt, kann so ein Kühlschrank zu einem Hygiene-Risiko werden. Das sehen die zuständigen Stellen in Berlin mittlerweile auch so: „Jeder Kühlschrank müsste ständig von einer verantwortlichen Person beaufsichtigt werden, alle gespendeten Lebensmittel müssten in eine Liste eintragen und beschriftet werden. Andernfalls drohe eine Strafe von 50.000 Euro oder gleich die Schließung“. Man darf gespannt bleiben, wie das weitergeht.

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Ein gesunder Mix aus vermeiden und spenden.

Fakt ist, dass im Grunde jeder von uns viel zu viel wegschmeisst, was eigentlich noch gut ist. Gründe dafür sind falsches Einkaufen, falsche Lagerung und am Ende auch die Faulheit, bei oben genannten Projekten mitzumachen. Wenn sich jeder von uns fragt, ob der Einkauf für die geladenen Gäste nicht eventuell zu üppig ist, nur um wie ein „Guter Gastgeber“ zu wirken – oder wir uns im Internet schlau machen, wie man Lebensmittel richtig lagert und bei Food Sharing mitmachen, wäre schon viel erreicht.

Unsere Ingenieure tragen ihren Teil bei, indem sie unsere Kühlschränke smarter designen. Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe sollen länger frisch bleiben und der Geschmack erhalten werden.