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Vinyl. Die schwarzen Scheiben sind zurück.

Schallplatten aus Vinyl erleben ein Revival - es gibt sogar wieder Vinyl-Charts.

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Die Schallplatte aus dem schwarzen Kunststoff erlebt derzeit ein unglaubliches Revival. In der Zeit von digitalen Downloads und Streams fristete sie lange ein Randdasein auf Flohmärkten und Sammlerbörsen. Doch immer mehr Musik-Fans entdecken die Rille (neu) für sich, selbst wenn sie lange nach Erfindung der CD geboren wurden.

Superstars zurück in den Vinyl-Charts

Der beste Beleg für den Trend: Die Vinyl-Charts. Die Marktforscher von GfK Entertainment ermitteln im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. wieder eine Schallplatten-Hitliste. Anfang November 2015 lag Kamasi Washington mit „The Epic“ auf Platz eins vor „Transience“ (Steven Wilson) und „Bussi“ (Wanda). Vormonats-Spitzenreiter Iron Maiden rutschte mit „The Book Of Souls“ auf Platz acht. Und um vorauszusagen, wie sich die neue LP von Adele sich im Ranking der Schallplatten schlagen wird, muss man wahrlich kein Hellseher sein.

Vinyl klingt besser. Es hat eine Seele

Musikliebhaber schätzen an der LP das größere Cover, auf dem man noch etwas erkennen bzw. lesen kann. Das Heraussuchen aus der eigenen Musik-Sammlung, das Entnehmen aus der Schutzhülle, das Entstauben der Platte und das Auflegen auf den Plattenteller, wird als sinnlicher Akt empfunden. Viele Vinyl-Verehrer sprechen sogar von einem besseren Klang der Schallplatte im Vergleich zu digitalisierter Musik. Doch dieser Effekt geht zurück auf einen Fehler der analogen Technik. Die Nadel des Plattenspielers erfasst nicht nur die Informationen aus der aktuellen Rille, sondern überträgt auch einen Nachhall der vorherigen sowie erste Schwingungen der kommenden Rille. Diesen Nach- und Vorhall empfindet das menschliche Ohr als angenehm. Der Klang wird im Vergleich zur CD als voller empfunden.

Die Presswerke stoßen an ihre Grenzen

Da die letzten Presswerke in den vergangenen Jahren kaum Geld in die analogen Produktionsstraßen investiert haben, kommt es hier momentan öfter zu Engpässen. Die Kapazitäten sind begrenzt und Ersatzteile für die alten Maschinen sind Mangelware. Zudem ist die Erstellung von Master-Folien im Galvanik-Bad echte Handwerkskunst. Die Menschen mit entsprechender Erfahrung haben den Beruf längst verlassen und es gibt kaum Nachwuchs.

Wir dürfen gespannt sein, ob der Boom der Schallplatte auch diesen fast ausgestorbenen Berufszweig wieder belebt und dem sinnlichen Vergnügen, wenn man das leise Knistern beim Aufsetzen der Nadel auf die Platte hört eine Zukunft gibt.